Capoeira in Hamburg

Kampfkunst aus Brasilien

Capoeira im Zanshin Dojo | Video

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Unter der Leitung von Mestre Marcelo Anderson Cândido hat sich bei uns im Zanshin Dojo eine der größten Capoeira-Gruppen in Hamburg gebildet. Mit fünf Trainingsterminen pro Woche bestehen optimale Trainingsbedingungen für Anfänger und Fortgeschrittene ab zwölf Jahren.

Capoeira, anders als andere Kampfkünste, bezieht ihre Kraft und Energie aus der Musik und dem Gesang, die immer dazugehören. Die Musiker und alle weiteren Capoeiristas bilden einen Kreis, die Roda de Capoeira, in der sich zwei Capoeiristas begegnen, um die erlernten Bewegungen im freien Spiel zu praktizieren. Die anderen Mitglieder der Gruppe, welche die Roda bilden, klatschen und singen zur typischen Capoeira-Musik. Ziel des Spieles ist es nicht, den Anderen durch Aggression zu besiegen, sondern sich gegenseitig in gekonntem Zusammenspiel durch geistige und körperliche Geschicklichkeit und Schnelligkeit die Grenzen aufzuzeigen.

Mestre Marcelo Anderson Cândido

Mestre Marcelo Anderson Cândido

Das spielerische Sich-Aneinander-Messen, wie es im Capoeira üblich ist, ist gekennzeichnet von einem geschmeidigen, akrobatischen Bewegungsfluss, in dem Finten, Antäuschen, Fussarbeit, Sweeps, Drehtritte und Kopfstöße nahtlos in einander übergehen.

Schläge und Würfe oder der Einsatz von Ellenbogen sind im Capoeira eher selten.

Im Capoeira, wo Intuition und Improvisation gefragt sind, treffen die Gegensätze Kämpfen und Spielen, Aggressivität und Poesie, die Eleganz des Tanzes, die geschmeidige Kraft der Akrobatik, der Rhythmus der Musik und die Effektivität des Kampfes aufeinander.

Geschichtlicher Hintergrund der Capoeira

Capoeira ist eine Kampfkunst, die ursprünglich aus Brasilien stammt. Sie wurde dort im 19. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven entwickelt, denen das Kämpfen, oder gar die Benutzung von Waffen, verboten war. Der tänzerische Charakter der Capoeira entstand vermutlich auch aus der Notwendigkeit, diese Verbote zu umgehen.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte und veränderte Capoeira sich im Untergrund und geriet fast in Vergessenheit. Erst 1937 wurde das Verbot der Capoeira aufgehoben, als es Mestre Bimba gelang, die damaligen politischen Machthaber vom kulturellen Wert der Capoeira zu überzeugen.

Mestre Bimba gründete die erste Capoeira-Schule und entwickelte die erste systematische Methode, Capoeira zu vermitteln; vorher wurden die Techniken durch Nachahmen erlernt. Er gilt damit als der Begründer der Capoeira Regional.

Der Begründer des anderen wichtigen Capoeira-Stils, der Capoeira Angola, ist Mestre Pastinha, der 1942 die erste Schule für Capoeira Angola eröffnete.

Heute wird Capoeira weltweit ausgeübt und unterrichtet, und neben der Capoeira Regional und der Capoeira Angola hat sich die Capoeira Contemporânea herausgebildet: ein Sammelbegriff für die unterschiedlichen Stile und Richtungen der modernen Capoeira, in der auch sportliche Wettkämpfe und Turniere gibt.


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